Interview nach dem Sturz
http://www.wort.lu/wort/web/sport/artikel/2010/07/101138/fraenk-schleck-in-14-tagen-wieder-auf-dem-rad.php
Interview von Sophie Hermes
Wenige Tage nach seinem Sturz
während der dritten Etappe der Tour de France und dem dadurch bedingten dreifachen Schlüsselbeinbruch ist Fränk Schleck auf dem Weg der Besserung, auch wenn er weiterhin unter Schmerzen leidet und die verletzungsbedingte Aufgabe dem Saxo-Bank-Profi an der Moral zehrt.
Wie geht es Ihnen zwei Tage nach Ihrem Sturz?
Ich habe Schmerzen. Doch dies ist normal. Mir wurde eine Platte und acht Schrauben eingesetzt. Ich hatte das Schlüsselbein dreimal gebrochen, zudem hatten sich Splitter vom Knochen gelöst. Auch im Ellbogen hatte ich ein Loch, das genäht werden musste. Doch die Schmerzen sind nicht das Schlimmste, das Mentale spielt eine größere Rolle.
Verfolgen Sie die Tour de France weiterhin oder ist dies moralisch zu hart?
Natürlich, schließlich fährt mein Bruder mit. Es ist ärgerlich, dass ich aufgeben musste, ich war noch nie in solch einer guten Form als bei dieser Tour de Fance. Doch ich bin gestürzt und nun muss ich schauen, dass ich diese Tatsache verkrafte und das Beste daraus mache. Andy hat trotz meines Ausfalls ein gutes Team an seiner Seite. Die Mannschaft wird alles tun, um ihn zu unterstützen.
Erinnern Sie Sich, wie es zu Ihrem Sturz kam?
Wir hatten alles richtig gemacht. Andy führte das Feld an, als wir auf die Kopfsteinpflaster fuhren, ich war Zweiter. Bernhard Eisel und Tony Martin (beide HTC-Columbia) drängten sich dann zwischen uns. Unsere Sportlichen Leiter haben uns gesagt, dass dies kein Grund zur Panik wäre, ein Platz unter den zehn Ersten während der Kopfsteinpflaster-Passage wäre ausreichend. Demnach habe ich nicht gekämpft, um meinen zweiten Platz zurückzubekommen. Dann konnte einer der beiden Fahrer vor mir den Lenker nicht mehr halten und kam zu Boden. Ich bin über ihn gefallen und auf der Schulter gelandet.
Wissen Sie bereits, wann Sie wieder in das Training einsteigen können?
In den nächsten 14 Tagen werde ich wohl kaum auf das Rad steigen können. Ich hoffe aber, dass ich in zwei Wochen wieder auf dem Heimtrainer fahren kann. Anschließend muss ich wohl von Tag zu Tag sehen, wie es läuft und wann ich wieder draußen trainieren kann.
Wäre eine Teilnahme an der Spanien-Rundfahrt (vom 28. August bis zum 19. September, die Red.) nun eine Alternative?
Ich spiele mit dem Gedanken, bei der Vuelta zu starten. Doch Genaueres kann ich noch nicht sagen. Ich muss erst sehen, wie die Heilung verläuft. Ich denke, dass ich in zwei Wochen, wenn ich wieder auf das Rad steigen kann, klarer sehen werde.
Wird eine zweite Operation notwendig sein, um die Platte zu entfernen?
Momentan steht jedenfalls nichts an. Wenn ein zweiter Eingriff erfolgen muss, wird dies sicherlich nicht vor dem Winter geschehen.
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